THORWART Rechtsanwälte Steuerberater Wirtschaftsprüfer Partnerschaft mbB

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  • Kanzleigeschichte

    • Der Wandel einer traditionellen Rechtsanwaltskanzlei zum modernen Dienstleister im Wirtschaftsrecht

      2014 feiert THORWART als überregional tätige und wirtschaftsrechtlich ausgerichtete Kanzlei ihr hundertjähriges Bestehen. Der moderne Dienstleister, der heute Rechts- und Steuerberatung sowie Wirtschaftsprüfung anbietet, geht dabei auf eine geschichtsträchtige Kanzleigründung im Jahre 1914 in Nürnberg zurück.

      Am 1. Juli 1914 und somit in den letzten Tagen vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges gründete der Rechtsanwalt Dr. Karl Thorwart in Nürnberg seine Kanzlei. Der erste Kanzleisitz befindet sich in der Karolinenstraße 26 im Herzen der Stadt. Handels-, Gesellschafts– sowie Wirtschaftsstrafrecht sind bereits damals die Schwerpunkte der anwaltlichen Tätigkeit. Doch bald schon wird auch er, wie alle jungen Männer seines Jahrgangs, eingezogen. Er hat Glück und wird in Nürnberg dienstverpflichtet. Die junge Kanzlei kann trotz der unruhigen Zeiten aufrechterhalten werden. Nach Ende des ersten Weltkrieges liegen einige ruhige Jahre vor Thorwart. Erfreulicherweise entscheidet sich auch sein 1920 in Nürnberg geborener Sohn Hermann für eine Zukunft in der Jurisprudenz. Wie sein Vater studiert er Rechtswissenschaften in Erlangen und schließt das Studium mit einer Promotion ab. In der Hoffnung auf das baldige Eintreten seines Sohnes in die Kanzlei zieht Karl Thorwart in den Frauentorgraben 27. Doch auch der berufliche Werdegang von Hermann Thorwart wird jäh durch Krieg unterbrochen. Unmittelbar nach seinem Assessorexamen wird er, noch vor seiner ersten Tätigkeit als Rechtsanwalt, an die Ostfront berufen. Während Hermann Kriegsdienst leisten muss, bleibt der Vater in Nürnberg und schafft mit seinen Tagebüchern ein zeithistorisches Zeugnis, das den Alliierten später zur Dokumentation des Kriegsgeschehens dienen soll. Vor der verheerenden Bombennacht am 02. Januar 1945, gelingt es dem Vater, die wichtigsten Akten und Dokumente der Kanzlei nach Velden im Nürnberger Land zu verbringen. Bei einem Mandanten findet die Kanzlei Unterschlupf. Erst 1949 kann die Kanzlei THORWART nach Nürnberg zurückkehren. Die alten Räume sind bis auf die Grundmauern abgebrannt.

      Hermann überlebt den Krieg an der Ostfront. Vater und Sohn richten die Kanzlei nun in der Karolinenstraße 16, unweit des ersten Kanzleisitzes, ein und verlegen diese aufgrund des Wachstums bald in die Karolinenstraße 1 gegenüber der Lorenzkirche. 14 Jahre ist es den beiden vergönnt, unter dem Namen „Dr. Karl und Dr. Hermann Thorwart“ Hand in Hand zusammen zu arbeiten. Seit 1969 ist auch Inge Thorwart, Hermanns Ehefrau, als Germanistin in der Kanzlei tätig.


      1975 kommt für die Entwicklung der Kanzlei ein entscheidender Wendepunkt. Dr. Hermann Thorwart geht eine Partnerschaft mit Dr. Dieter Zech ein. 33 Jahre lang wird man im Folgenden als Thorwart Zech & Partner bekannt sein. Diese Partnerschaft ist die Grundlage für Expansion und die Profilschärfung der Kanzlei als wirtschaftsrechtliche Beratungsgesellschaft. Eine damals unter Anwälten noch durchaus unübliche Konstellation der vollumfänglichen Beratung zu komplexen juristischen Themen in unterschiedlichsten Spezialisierungen. Dieses wurde im Laufe der Jahre zum Markenzeichen der Kanzlei. Nur wenige Zeit nach dem Zusammenschluss mit Dr. Dieter Zech im Jahre 1978, steht ein weiterer Thorwart, Carl Otto, vor dem Eintritt in die Kanzlei. Da die Kanzlei stetig wächst, müssen einmal mehr die Räumlichkeiten gewechselt werden. 1988 baut man gemeinsam in der Arminiusstrasse 2.

      Die deutsche Wiedervereinigung bringt auch für die Kanzlei eine historische Wendung in ihrer Geschichte. Die Kanzlei gründet erstmals einen Standort in einer anderen Stadt. Es ist die Partnerstadt von Nürnberg, Gera in Thüringen. Dieser Standort ist neben dem Stammsitz in Nürnberg bis heute das wichtigste Standbein von THORWART. Der Aufbau in Gera wird der Nürnberger Rechtsanwältin Kerstin Jeska-Thorwart (vormals Zimmermann) und der Steuerberaterin Marion Herrmann überantwortet. Ab 1990 wird die Steuerberatung, die Insolvenzverwaltung und die Unternehmenssanierung im mitteldeutschen Raum etabliert und ausgebaut. Dr. Hermann und Carl Otto Thorwart begleiten die Expansion persönlich. Carl Otto Thorwart ist vor allem in handels– und gesellschaftsrechtlichen sowie in marken- und
      wettbewerbsrechtlichen Themen gefragt. Er vertritt in diesem Zusammenhang auch mehrere Gebietskörperschaften, Gemeinden, Landkreise und Bezirke, in Thüringen und Sachsen.

      Die intensive und kontinuierliche Arbeit an der Kanzlei tragen 2003/2004 besondere Früchte: Das "JUVE-Handbuch Wirtschaftskanzleien" des JUVE-Verlags kürt Thorwart Zech & Partner zur "Kanzlei des Jahres".

      2008 kommt es unter Carl Otto Thorwart zu einer Neu – und Umstrukturierung der Kanzlei. Mit den neuen Räumen am Stadtpark 2 tritt die Kanzlei nunmehr unter „THORWART Rechtsanwälte Steuerberater Wirtschaftsprüfer" am Markt auf.

      Im Jahr 2014 geht dem hundertjährigen Jubiläum von THORWART ein trauriges Ereignis voraus. Während man sich auf die Feierlichkeiten im Juli vorbereitet, verstirbt der Enkel des Kanzleigründers, Carl Otto Thorwart, im April. Die große Anteilnahme an seinem Tod geht nicht nur auf sein herausragendes Engagement als Anwalt und geschätzten rotarischen Past-Governor zurück. Gemeinsam mit seiner Partnerin und Ehefrau Kerstin Jeska-Thorwart zeigt er auch überdurchschnittliches soziales Engagement beim Wiederaufbau einer Geburtshilfeklinik auf Sri Lanka, wo beide gemeinsam 2004 den Tsunami überlebten. Über ROTARY International organisieren die beiden schnelle Hilfe vor Ort. Bis heute begleitet und unterstützt Kerstin Jeska- Thorwart die Geburtshilfeklinik in dem Inselstaat. Dafür wurde sie 2015 weltweit als erste Europäerin mit dem Titel „Global Woman of Action“ vor den Vereinten Nationen ausgezeichnet.

      Noch unter Mitwirkung von Carl Otto Thorwart wird 2014 die Kanzlei THORWART neu ausgerichtet. Sie soll an die modernen Gegebenheiten angepasst werden und tritt nun vermehrt als interdisziplinäres Beratungsunternehmen auf. Die schonende Loslösung von der Personengebundenheit des früheren Familienunternehmens ist auch eine Investition in die Zukunft und das Fortbestehen am Markt. Das Unternehmen, das inzwischen an acht Standorten in Bayern, Thüringen, Berlin und Sachsen arbeitet, ist seit 2014 unter dem Namen „THORWART Rechtsanwälte Steuerberater Wirtschaftsprüfer Partnerschaft mbB" aktiv. Kerstin Jeska- Thorwart hat durch ihre mehr als 25 jährige Erfahrung als Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter die Sanierungsberatung zu einem festen Bestandteil der Kanzleikompetenz gemacht. Die Wirtschaftskanzlei bietet heute mit den Partnern Alexander Frey und Prof. Dr. Rolf Otto Seeling gesellschaftsrechtliche, sowie arbeitsrechtliche Beratung auf hohem Niveau. Die Partner Danny Hinkelthein und Christiane Eifler führen die traditionellen Bereiche Marken- und Wettbewerbsrecht fort und ergänzen die Kanzleikompetenz durch Urheber – und Medienrechtsowie Insolvenz- und Versicherungsrecht. Mit der Partnerin Simone Binder ist auch in der Steuerberatung der Generationswechsel vollzogen.

      Ausgerichtet als modernes Beratungsunternehmen führt die neue Generation die Kanzlei gleichwohl im Sinne eines Familienunternehmens fort. So spielt auch die Ausbildung im eigenen Haus eine große Rolle. Die Kanzlei bietet Schülern, Studenten und Referendaren Ausbildungsplätze an. Die THORWART-JESKA-STIFTUNG unterstützt hervorragende Bewerber mit Stipendienprogrammen.

      Aktuell sind zwanzig Rechtsanwälte, fünf Steuerberater, ein Wirtschaftsprüfer und fünfzig weitere Mitarbeiter für THORWART tätig. Die dienstälteste Mitarbeiterin im Haus ist dabei immer noch Inge Thorwart. Mit 95 Jahren kommt sie regelmäßig in die Kanzlei, um dort, wie seit 47 Jahren, die Schriftsätze der Damen und Herren Rechtsanwälte Korrektur zu lesen.

      Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, aus einem klassischen Familienunternehmen einen modernen Dienstleister werden zu lassen, gilt es, Tradition gegen Moderne und Erfahrung gegen Innovation abzuwägen. Dass dabei nichts zurückstehen, oder gar verloren gehen muss, zeigt die Entwicklung von THORWART, eine Kanzlei die im Nürnberg von 1914 ihre Wurzeln hat.